Everybody's fucked in his own special way

Sonntag, 28. August 2016

The drowning pool

Die Tierwelt Griechenlands hat sich mir im Wesentlichen bei langen Fußmärschen durch überfahrene Tiere am Straßenrand offenbart, in Zypern habe ich eine andere Variante dieser Faunabestimmung kennengelernt: Man sieht sich an, was man aus dem Pool fischt. 

Zunächst hat es mich erschreckt, dass auch kleine Eidechsen im Pool ertrinken. Ich konnte dann aber eine beobachten, wie sie sich an der Wand, kurz über der Wasserfläche aufhielt. Ein kurzer Schritt zum Wasser hin, die Pfoten haben keinen so guten Griff mehr, das Tier rutscht ins Wasser und geht langsam unter. Diese konnte ich noch retten, in dem ich sie im Wasser packte und wieder ans Ufer warf, andere hatten weniger Glück. 

Beruhigender Weise waren die anderen Pool-Opfer eher Insekten. Bei denen konnte mir leider der gute Harry Garms, Pflanzen und Tiere Europas, den ich fast immer im Gepäck habe, nicht viel weiterhelfen; zum einen, weil er nur einen Bruchteil der mediterranen Fauna verzeichnet, zum anderen, weil ich das Buch inzwischen wegen beginnender Altersweitsicht fast nicht mehr lesen kann. Sehr schade. 

Die hier konnte ich immerhin identifizieren. Die Dornenschrecke:

Was für eine farbenfrohe Wespe das ist, habe ich allerdings nicht rausbekommen:

Samstag, 27. August 2016

Verlosung! Die Gewinner!

Vor der Sommerpause habe ich ja eine kleine Verlosung gestartet. Die Gewinner sind jetzt ausgelost, das Mayoral-Bild bekommt Mirjam von der Tauschlade, das Invalidenstraße-Buch Roswitha und das Buch von Eddie Argos Frau Kirschblüte. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß damit!

Weil der Blog hier halt so ist wie er ist, bekommen die weiteren Teilnehmer, die leer ausgegangen sind, Sonderpreise. Wie inzwischen bei jedem Kindergeburtstag. Alle Päckchen sind schon unterwegs. Nur der Kiezschreiber muss sich seinen Kreativitätssonderpreis selbst abholen, wenn er mal wieder in Berlin ist. Das Dichterleben ist halt hart.

Freitag, 26. August 2016

Ackerbau Zypern

Wir durften uns einige Zeit bei Elke in Zypern einquartieren und waren für die Katzen und die Gartenbewässerung zuständig. Allein der Obstgarten könnte einen auf den Gedanken bringen, die Berliner Scholle einfach besser zuzubetonieren, wunderbare Dinge, die dort wachsen. Frau Ackerbau ist traurig, dass man in Berlin nicht mehr einfach an der Straße ein paar Kilo überreife Orangen für wenig Geld kaufen kann, um wunderbaren Orangensaft zu machen.

Die Wunder des Gartens von Elke und der Insel schaut Ihr Euch am besten in Elkes Blog an, ich habe hier in den nächsten Tagen ein paar Anmerkungen von den Wegesrändern. 

In ganz Zypern kann man Fleischtomaten kaufen, die man in Deutschland wahrscheinlich nicht los bekäme. Die Früchte sind leicht rot, teilweise mit gelben und grünen Einsprengseln. Keine Heritage-Tomaten-Farbpracht, sondern eher so ein leicht unreifer Eindruck. Schmecken tun die Dinger natürlich gut, vor allem für den Salat. 

Ich habe mir mal ein paar Sämereien von den Tomaten extrahiert, mal sehen, ob die nächstes Jahr auch im Pankower Klima etwas wird.

Allgegenwärtig ist in Zypern auch der immergrüne Johannisbrotbaum. Die Früchte hatte ich schon ein paar mal in Deutschland auf dem Markt gesehen, allerdings noch nie probiert. Die Bäume, die hier stehen, werden wohl nicht mehr geerntet; die Schoten schmecken überraschend süß. Dem Reiseführer entnehme ich, dass die getrockneten Kerne wohl sehr präzise ein Gewicht von ca. 0,2 g hatten und deswegen zum Abwiegen von Kostbarkeiten genommen wurden. Das Maß Karat von 0,205 g kommt wohl von den Kernen der Johannisbrotschote. Ich werde die Kerne nicht zum Abwiegen meiner Kostbarkeiten nehmen, sondern mal sehen, ob man für den Garten mal so ein Bäumchen ziehen kann. Würde zu den Zypern-Zitronenkern-Bäumchen passen, die jetzt immerhin schon gut 20 cm groß sind. 





Donnerstag, 25. August 2016

Andererseits: Obacht!

Offenbar genügt das Zuckerstreuerwerfen am S-Bahnhof Wollankstraße inzwischen nicht mehr, ich musste nämlich letzthin folgendes finden:

(Ich habe ja immer noch das Bild von dem Toi-Toi-Häuschen, dass an der Wollankstraße während der Europameisterschaft in die Luft gesprengt wurde, wahrscheinlich radikalisierte Isländer. Das sind aber so Posts, die bei mir auf ewig in den Entwürfen bleiben. In der richtigen Welt wird leider ohnehin schon zu viel gesprengt.)

Mittwoch, 24. August 2016

Wer kennt das nicht,

dass einen alles so aufregt, dass man auf offener Straße einen Zuckerstreuer zerdeppert...

(Ach so, Ihr kennt das nicht? Ich eigentlich auch nicht, aber beim S-Bahnhof Wollankstraße gibt's solche Leute. Offenbar. Anscheinend.)

Dienstag, 23. August 2016

Sommer mit 15

(Der folgende Post liegt nun schon ein paar Jahre im Entwürfeordner. Da sollte er besser auch bleiben. Aber heute hat Michali Geburtstag, und er war dabei. Der Rest hört jetzt zu lesen auf, denn es wird wohl teilweise etwas ziemlich unappetitlich. Aber wie soll man sonst über Dorfjugend schreiben?)

Die Sommer veränderten sich. Zum einen, weil man nicht mehr mit den Eltern in den Urlaub fuhr, sondern die sich langsam alleine auf den Weg machten, zum andern, weil die früheren Zeitvertreibe auf einmal nicht mehr so interessant waren. Ins Freibad fuhr man zwar noch immer, aber im Wesentlichen nur noch, um mit den richtigen Leuten abzuhängen und nach Mädchen zu schauen. Einer war dabei, F., der zwar fast jeden Tag im Freibad war, aber noch nicht einmal sein Hemd oder seine Schuhe auszog, geschweige denn ins Wasser ging. (Während ich das schreibe, durchzucken mich plötzlich tausend Erinnerungen an Leute und Situationen, mein Gott).

Wir waren meistens mit unserer Band beschäftigt, hatten schon unser erstes Konzert hinter uns gebracht und waren dauernd am Üben. Damit verbrachten wir den Sommer zum großen Teil in stinkigen und verqualmten Übungsräumen. Unser erster Bassist hatte uns inzwischen verlassen (eine Woche vor dem ersten Konzert) und wir hatten schnell Ersatz gefunden. Der Sommer war lang, und zum ersten Mal ließen einen die Eltern für ein paar Tage allein zuhause, die Oma hatte dann ein Auge auf uns. Der neue Bassist brachte eine Freundin aus München mit (keine Provinz-Punkette, wie wir sie sonst kannten). Sie hieß P. und spielte angeblich Schlagzeug bei einer Band, die "Die geilen Nonnen" hieß. Wir waren beeindruckt (hier müsste eigentlich ein Exkurs über Drogen im Allgäu und in München kommen, den lasse ich lieber aus. Ich hab's nie weiter als zum Bier gebracht). Nach dem Üben radelten wir nach Hause und lungerten dann bei einem von uns herum. Diesmal hatte M., dessen Eltern auch unterwegs waren, den Vorschlag gemacht, man könne bei ihm essen. Ein großer Topf mit Nudeln wurde aufgesetzt und der Keller nach Bier und Wein durchsucht. So langsam füllte sich die Küche, irgendeiner machte den Kassettenrekorder an, irgendwie will mir scheinen, dass man Exploited hörte (auweia). Die Besucher wurden leise hereingelassen, M.s Oma, die nebenan wohnte, sollte nichts merken. Als alle dann in der Küche saßen, stieg die Lautstärke aber an, alle tranken und die Teller wurden auf den Tisch gestellt und die Nudeln verteilt. Und dann kam eine Szene, die ich heute noch wie auf Film gebannt vor meinem inneren Auge sehe: 

E., der auch schon etwas zu viel hatte, sprach den denkwürdigen Satz: "Die Kinder wollen Schnaps!", nahm mit elegantem Schwung eine volle Weinflasche, trank einen großen Schluck, um dann - quasi aus der Bewegung heraus - die Flasche wieder abzusetzen und über den Esstisch in großem Schwall zu speien. Die gerade ausgeteilten Nudeln wollte dann auch keiner mehr essen, man wischte schnell auf, aufgrund des höheren Lärmpegels kam dann auch M.s Oma, sicherheitshalber mit einem Besen bewaffnet, und schmiss uns alle raus. Ich fiel beim Rückzug irgendwie noch mit P. in die Hecke, ein Höhepunkt des Sommers für mich.

In dem Trubel wäre beinahe untergegangen, dass E. sich den Mund abwischte, die Flasche Wein mitnahm und sagte: "Jetzt geht's wieder."

Mein Gott. (Und ich mag gar nicht daran denken, was sich über E. 10 Jahre später schreiben ließe, das würde richtig weh tun). 

Unser Verhalten war durchaus verbesserungswürdig, würde ich im Rückblick sagen. Aber vielleicht ist es notwendig, dass man diese Bruchstücke fest hält, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, wie merkwürdig doch das Leben sein konnte.

Montag, 22. August 2016

Sonnenblumen

Die letzten Jahre habe ich es nicht geschafft, den kleinen Sonnenblumenwald an der Grundstücksgrenze wieder zu kultivieren. Das erste Jahr ging es noch einfach, das zweite Jahr haben sich die Sonnenblumen praktisch wieder selbst ausgesät, danach kam aber fast gar nichts mehr. Dieses Jahr habe ich mir ein Kilo Sonnenblumengründüngung gekauft und großzügig verteilt, vorher noch einmal gedüngt (Sonnenblumen zehren den Boden ziemlich aus) und tatsächlich hat das wieder funktioniert. Selbst die Spatzen haben es nicht geschafft, die ganzen Sonnenblumenkerne wegzufressen. 




So werde ich das nächstes Jahr auch wieder machen; an ein paar Stellen habe ich noch versucht, andere Dinge anzusäen, aber das war nicht so richtig erfolgreich. Rucola, Franzosenblümchen und der Stechapfel haben hier alles andere niedergedrückt. Ich habe gar nicht mehr versucht, den Stechapfel auszureißen, der findet ohnehin immer wieder seinen Weg. Und die Nachbarschaft hat sich auch noch nicht daran vergiftet. Als Dank habe ich jetzt aber auch schon Stechapfel im Kartoffelbeet, da hat er nun gar nichts zu suchen. 





Zwischen den Sonnenblumen der unvermeidliche Topinambur, der aber dieses Jahr recht schön geblüht hat. Während die Sonnenblumen dieses Jahr nur knappe zwei Meter hoch werden, ist der Topinambur teilweise bis zu drei Meter hoch; das ist eine schöne Ergänzung. 

Für die Sonnenblumen interessieren sich derzeit vor allem die Hummeln; ich hoffe, dass jetzt dann auch die Distelfinken kommen. Auf den Topinambur haben sich dagegen die Spatzen gestürzt: Zu zweit auf die schwankende Blüte und dann mit wilder Bestimmtheit die Blütenblätter ausgerissen. 



Die Spatzen werden schon wissen, warum sie das tun.