I want to be stereotyped
I want to be classified
I want a suburban home

Dienstag, 15. April 2014

Die Bodenbirnen-Saison beginnt

Meine ersten Saatkartoffeln habe ich eigentlich schon letzte Woche gelegt, leider wurden sie dieses Jahr erst sehr spät geliefert. Dieses Jahr habe ich die Rosa Tannenzapfen, den Roten Erstling und die Acht-Wochen-Nüdeli. Die letzte Sorte kenne ich noch gar nicht, sie soll sehr früh sein; die eine Saatkartoffel, die ich verkostet habe, schmeckte auf jeden Fall exzellent.

Wie die Dinger eigentlich heißen, ist nicht so einfach. Das folgende Bild ist aus dem wunderbaren Kleinen Bayerischen Sprachatlas von dtv, in dem zu ganz unterschiedlichen Dingen dargestellt wird, wie sie in den verschiedenen bayerischen Gegenden genannt werden. 


Bei den Kartoffeln bin ich im Bodenbirnen-Gebiet aufgewachsen,* die Kater hießen bei uns Baula. Mit Erstaunen habe ich auch festgestellt, dass meine Heimat in Bayern eines der wenigen Gebiete ist, wo Tannenzapfen einfach Tannenzapfen heißen, woanders sind das Moggl, Zecken, Buttel- oder Butzenkühe oder Bätzla. 

Kein Wunder, dass uns ansonsten keiner für voll nimmt.  

*Im Bayerischen Wald heißen die Kartoffeln also anscheinend Feidhendl. Hallo?

Montag, 14. April 2014

History Lesson (Pt.II)

Irgendwo im Allgäu, vier junge Burschen finden sich in einem Garten zusammen. Sie räumen den alten Schuppen aus und stellen überrascht fest, dass M.s Oma offenbar seit Jahrzehnten alte Klobürsten gesammelt hat. Auch wenn Oma nun protestierend daneben steht, die müssen raus, es muss Platz für andere Sachen geschafft werden. Zum Beispiel für das Schlagzeug von M., das er sich gebraucht gekauft hat*, oder für verschiedene Verstärker, die mit Hilfe von Vater Z. zusammengelötet wurden. 

Die Burschen sind etwa 15, 16 und haben in den letzten Monaten Sachen zusammen getragen, die zum Musizieren nützlich sein könnten. J. hat einen Bass, der zwar nur drei Saiten hat, aber er versichert, dass er ohnehin nur auf einer spielen würde, das sei alles kein Problem. A., der Jahre später mal unter dem merkwürdigen Pseudonym Ackerbau** schreiben wird, hat eine gebrauchte Gitarre, die sogar (zumindest anfangs)*** mit sechs Saiten bespannt ist. Das Problem ist eher, dass A. keinen einzigen Gitarrenakkord kennt, sondern nur mit dem Barré-Zeigefinger über das Griffbrett schrubbt. Da die Gitarre, genau wie der Bass, auch nicht gestimmt ist, wirkt sich diese Wissenslücke aber nicht wesentlich aus. Mi. hat ein Mikro, da er kein Instrument spielt, muss er singen. 

Ich kann mich nicht erinnern, wie wir Strom in den Schuppen gekriegt haben, aber irgendwann ging es los. Ein Freund hatte ein paar Wochen vorher erklärt, es klinge gut, wenn man auf der Gitarre einfach auf den Bünden spiele, auf denen Punkte seien. Deswegen bekommt das erste Lied, das innerhalb von 10 Minuten im Schuppen geschrieben wird, die klassische Akkordfolge e-G-a-H. Es gibt noch einen Refrain, der allerdings nur auf der Gitarre gespielt wird, da der Bassspieler ihn sich nicht merken kann.  Das Ganze wird schnell auf einem tragbaren Cassettenrekorder aufgenommen.

Nach der Probe geht es an die frische Luft und man beginnt, die ersten Biere zu trinken. Da es keine Schalldämmung in dem Schuppen gibt, hat die Nachbarschaft Anteil nehmen dürfen; ein Wunder, dass niemand die Polizei geholt hat. M.s Eltern erklären, dass man sich schleunigst einen Proberaum besorgen müsse. Ihre Hoffnung, dass der Spuk von selbst ein Ende nimmt, hat sich nicht erfüllt. Die vier Musikanten scheinen ja auf den Krach sogar noch stolz zu sein. Es fehlt noch der Bandname, man nimmt den Beruf, in dem Bassist J. vor kurzem eine Lehre begonnen hat, und schreibt ihn falsch.

Die Welt ist feindlich, aber die Sonne scheint. Wir sind Punks und keiner kann uns etwas anhaben. Schnell noch unseren Bandnamen auf die Lederjacke geschrieben. Wir wissen nicht viel, aber wir wissen, dass das Können nicht so wichtig ist wie die Haltung. Und die haben wir. 


Das war vor genau dreißig Jahren, am 14.04.1984.



*Das Geld für das Schlagzeug hatte M.s Mutter ihm mit der Erwägung geliehen, mit Tanzmusik könne man ja ein hübsches Sümmchen verdienen. Ha! 
**Eine Zeitlang war damals mein Spitzname "Bauer". Auch wenn wir aus einer ländlichen Gegend kamen, war das nicht als Kompliment gemeint.
***Einige Jahre lang ging fast mein gesamtes Taschengeld für Gitarrensaiten drauf. Lag an der dynamischen Spielweise.

Samstag, 12. April 2014

Nachvollziehbar....

....dass die Leute mit der Suchanfrage "Spargelschäler kompostierbar" bei mir landen. Meinetwegen auch "Beängstigende Bilder" (weit vorne bei Google: Die Tina-Kartoffel). "Dinosauria Kacke" ist schon weniger klar. Und "Frau erschlafft" und "Scheiß Sonntag" kapiere ich nicht.

Freitag, 11. April 2014

Bestandsschutz

Irgendwo habe ich hier mal geschrieben, dass Kram, der länger als ein paar Wochen in Berlin auf der Staße rumliegt, Bestandsschutz hat. Das gilt auch in anderer Hinsicht: Vor nunmehr fast zwei Monaten habe ich über die Verschönerung von Fassaden mit Matsch in der Invalidenstraße geschrieben. An einigen Häusern wurde fleißig geputzt, bei anderen tat sich nichts. Inzwischen habe ich mich an das Muster an der Wand eigentlich gewöhnt; in ein paar Jahrzehnten wird das wohl als Beispiel origineller Fassadengestaltung in Berlin am Anfang des dritten Jahrtausends durchgehen. 



Donnerstag, 10. April 2014

Satanisches

Das ist der 666. Post auf diesem Blog. Das muss doch etwas bedeuten?² Deswegen hier noch einmal eine Sammlung der verstörendsten satanistischen Bilder dieses Blogs.³




² Nö.
³ Leider fehlt mir bei den hochgestellten Zahlen die 1 und danach geht's nicht mehr weiter. Fußnoten in Zukunft also nur von 2 bis 3. (Sorry Holgi, aber bei mir funktioniert das nicht).