Everybody's fucked in his own special way

Montag, 23. Oktober 2017

Küchendienst

Beim Kramen in alten Unterlagen sind mir wieder ein paar Zeichnungen in die Hände gefallen, die ein früherer Mitbewohner in der Groß-WG gemacht hat. Diese Skizze vom Zustand der Küche hatte leider etwas durchaus realistisches.

Das angefressene Tier am Boden ist zum einen eine Erinnerung an die ganzen verkohlten Steaks, die tagelang in der Küche rumstanden, zum anderen eine Reminiszenz an ein Tier, das wir den "Günzburger Elefanten" nannten. Ein paar Mitbewohner haben in der Nacht immer so einen Krawall veranstaltet, dass wir es uns nur mit einem kleinen Elefant als Haustier erklären konnten. (Irgendwann sind wir dann durch Zufall draufgekommen, dass sie sich gerne um 2 Uhr nachts Hanteln zugeworfen haben). Der Anführer (hier auch liebevoll proträtiert) hatte einen sehr ähnlichen Namen wie ich. Deswegen wurde ich relativ oft ans Telefon gerufen, wenn eigentlich er gemeint war. Ich verdanke ihm einige der schönsten Telefonate meines Lebens, insbesondere eines, in dem ich mit einer Frau telefonierte, die mir vollkommen unbekannt war, und die der Auffassung war, ich hätte sie geschwängert. Meine Erklärung, ich wüsste nicht einmal, wer sie sei, machte das Telefonat nicht angenehmer. 

Ich versuche, in meinem Leben vorurteilsfrei zu sein. Wenn ich aber höre, das jemand aus Günzburg kommt, werde ich etwas nervös. Besser nicht im Auto mitfahren, nie eine Küche teilen. 

Sonntag, 22. Oktober 2017

Die Blogroll

Ich weiß gar nicht, wann ich die Blogroll eingerichtet habe, das hat auf jeden Fall über ein Jahr gedauert, nachdem ich den Blog begonnen habe. Die ersten Jahre war mir ja das Internet und seine Bewohner teilweise noch etwas unheimlich und ich war etwas vorsichtig. In die Blogroll habe ich nach und nach viel von dem aufgenommen, was mir lesenswert erscheint. Aufgeräumt habe ich eher selten, ich bringe es auch nicht recht über das Herz, die verblichenen Blogs zu entfernen. Ich selbst lese Blogs ein paar Blogs über Bloglovin, einige über Feedly und andere wieder über die Blogroll (in meinen Privatunternehmungen fehlt es mir ja leider immer an Systematik).





Inzwischen sind da über 80 Blogs, ich habe gerade nachgesehen, einige gibt es nicht mehr, andere hören schlagartig und unvermittelt auf. Allerdings haben über 40 Blogs im Jahr 2017 zumindest einen Post veröffentlicht, das ist mehr als ich erwartet habe. Ich habe gerade auch noch einmal nachgezählt, fast ein Viertel der Blogautorinnen und -autoren, die dort verlinkt sind, habe ich auch schon einmal persönlich getroffen



Ich würde annehmen, dass 2017 insgesamt weniger Blogposts von den Blogs veröffentlicht wurden als die Jahre davor. 2017 scheint mir das Jahr zu sein, in dem die Bloglandschaft, in der ich mich bewege, so langsam zusammenbröckelt. Einige der Blogs, die mich von Anfang an begleitet haben, gibt es nicht mehr oder nur mehr mit sehr seltenen Posts. Das hat sicherlich damit zu tun, dass es jetzt einfach eine Menge anderer Plattformen gibt, die für bestimmte Inhalte geeigneter sind. Mancher findet den Austausch auf Facebook ergiebiger, für Fotos funktioniert Instagram besser und was weiß ich, was es ansonsten alles gibt. Und mancher hat halt auch einfach genug von dem Aufwand. So viel ist gar nicht los, dass man immer etwas zu erzählen hätte.



Ich sehe das alles eher fatalistisch, man kann eine solche Kultur nicht künstlich am Leben halten: Wenn keiner Lust mehr hat zu schreiben, dann helfen auch die leidenschaftlichsten Appelle nichts. Und ich kann es jedem nachfühlen, es wird wohl keinen Blogger geben, der nicht regelmäßig darüber nachdenkt, es auch mal wieder gut sein zu lassen. Da ich in der Regel am Morgen eines Tages noch nicht weiß, ob und was ich am nächsten Tag bloggen werde, ist das auch bei mir immer eines spannende Frage.



Umso mehr bin ich froh um alle, die nicht locker lassen und noch regelmäßig veröffentlichen. Der Tag geht für mich schöner los, wenn ich nicht nur meine eigenen Beiträge im Feed-Reader habe. Für mich ist eine gewisse Veröffentlichungsdisziplin wichtig, deswegen bleibe ich selbst ja auch bei dem unseligen Tagesrhythmus. Wenn man zu lange Pausen einlegt, kann es einem gehen, wie einem Wirtshaus, das nur noch unregelmäßig geöffnet hat. Die Stammgäste stehen ein paar mal vor verschlossener Tür und finden den Weg dann auch nicht mehr, wenn ausnahmsweise wieder geöffnet ist.  

Nachtrag: Mich erreichen immer mehr Nachrichten, dass das Kommentieren hier ohne Google-Account immer schwieriger bis unmöglich wird. Leider fehlen mir hier die Mittel, etwas daran zu ändern. Man kann mir gerne Kommentare per Mail schicken, ich stelle sie dann ein. 
Bei der Durchsicht der Blogroll ist mir aufgefallen, dass einige aktive Blogs nicht mehr aktualisiert werden. Auch hier weiß ich nicht, wie ich dem abhelfen kann. Aber hier der Hinweis: Nervenruh und Bördebehörde haben regelmäßig neue Posts, die in der Blogroll leider nicht auftauchen. 

Freitag, 20. Oktober 2017

Späte Früchte



Normalerweise fallen bei unserer Feige erst die Früchte, dann die Blätter. Dieses Jahr ist es umgekehrt. Wie ich schon geschrieben habe, sind im Frühling die ersten Fruchtansätze erfroren, die Feige hat dann erst spät neu angesetzt. Dank des spätsommerlichen Wetters sind aber doch noch ein paar Feigen reif geworden, jeden Tag kommen gerade 5-10 dazu. Wenn das Wetter noch ein bisschen hält, können wir also zumindest noch einen Teil ernten. 

Dienstag, 17. Oktober 2017

Kunst und Wirklichkeit



(Skulptur von Christel Lechner in der Invalidenstraße mit ortstypischer Ergänzung eines Passanten.)