Everybody's fucked in his own special way

Freitag, 23. Juni 2017

Moderner Tanz und Verbrechen

(Fangen wir mit dem Verbrechen an.)

Nach dem Unwetter gibt es keine größeren Schäden in unserem Garten, Frau Ackerbau findet aber Folgendes:


Das war ein Vogel, außer den Federn ist nichts mehr zu sehen. Es könnte eine Amsel gewesen sein, der Flaum ist allerdings grau. Kontrolle im Haus: Kein Vogelkörper zu sehen. Verdächtig sind natürlich die Katzen, vor allem Markos, der Killer. Er hat zwar bislang nur ganz am Anfang mal einen Vogel gefangen und scheint inzwischen eher zu tapsig dafür zu sein, aber zuzutrauen ist es ihm.

Ich schaue mir die Federn genauer an. Die Federkiele sind intakt, nicht zerbissen. Das spricht jetzt eher gegen Markos als Täter: Ihm ist ja vieles zuzutrauen, aber Federn ausrupfen kann er doch nicht. Das deutet eher auf einen anderen Vogel hin. Eine Nebelkrähe? Wir werden es nicht erfahren.

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Die Katzen nutzen die Abende inzwischen, um über den Rasen zu hüpfen. Dabei folgen sie einer Choreographie, die mich an verschiedene Aufführungen modernen Tanztheaters erinnert, die ich vor langer Zeit gesehen habe. Sie schreiten den Raum ab, verharren weit entfernt voneinandet, sich starr fixierend. 

Plötzlich beginnt eine zu rennen, mit Hüpfern und springt über die andere. Neue Positionen werden eingenommen. Ruhe, Bewegung, Sprünge, das Durchmessen des Raumes. Markos sitzt unter dem Kirschbaum, den Blick nach oben auf die Schwalben auf 50 Meter Höhe. In Aktion gerät er aber erst, als ein Nachtfalter an ihm vorbeifliegt. Er hüpft, macht sich lang, entdeckt seinen inneren Nurejew. 

Danach wollen die Katzen gestreichelt werden.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Sommerabend



Ich sitze mit einem Kollegen bei einem Bier an der Invalidenstraße. Wir unterhalten uns über Kollegen T., der uns beiden das Leben schwer macht.

- Stell dir vor: Dir würde jetzt ein Stein auf den Kopf fallen und dein letzter Gedanke vor dem Sterben wäre, dass du deinen letzten Abend damit verbracht hast, dich über diesen Arsch zu ärgern...

Wir nehmen noch einen Schluck und reden über schönere Dinge.


Dienstag, 20. Juni 2017

Die alten Götter



"Überall an den Straßen sieht man krude, ungelenke Figürchen, die aussehen als trügen sie Schwerter. Sie werden normalerweise vor Darstellungen eines mitleidlosen Auges mit schwerem Lid aufgestellt. Dies sind die alten Götter, über die niemand mehr spricht, von denen die Einwohner aber trotz demonstrativ gezeigten Atheismus nicht ablassen wollen. Spricht man sie darauf an, lügen sie einem stolz in das Gesicht und erzählen von Fallrohren oder Wurzeln. Doch manchmal sieht man sie nachts vor den grausamen Figuren knien, das Gesicht von Berliner Pilsner und tiefer Furcht verzerrt."

P. Werder, Die dunkle Seite der Pankeauen


Montag, 19. Juni 2017

Wochenendbeschäftigung

(Hinweis: Aus unerfindlichen Gründen ist dieser Beitrag etwas fäkalfixiert. Wir bitten um Entschuldigung und hoffen, dass in Zukunft wieder ein höherer Standard für die bekackten Blogposts eingehalten wird.)

Den Rasen gemäht, erst zum zweiten Mal in diesem Jahr (er kümmert so vor sich hin). Begleitet wurde ich vom Amslerich, der im Gemähten einiges zu Fressen fand. 



Der Kirschbaum hat gut angesetzt, die Kirschen sind aber noch zu klein und schmecken noch leicht bitter. Frau Amsel saß heute schon im Baum, hat Kirschen angepickt und dann fallen lassen. Der Amslerich hat sich auch eine geschnappt und am Stück heruntergeschluckt. Möge dort, wo er den Kirschkern auskackt, auch ein so schöner Kirschbaum wachsen!


Zum ersten Mal einen männlichen Gartenrotschwanz gesehen. Er hat sich zunächst auf unseren Basketballkorb gesetzt und dann durch den Ring gekackt, dann ist er zum Fußballtor geflogen, hat sich auf die Latte gesetzt und von dort runtergekackt. Ich bin schon mal gespannt, was er morgen so bei uns im Garten macht.

Sonntag, 18. Juni 2017

Besuch im Nebenzimmer (25)

Was war die letzte Zeit so im Zweitblog los? Wie immer eine eher merkwürdige Mischung zumeist musikalischer Themen. 


Zunächst ein Konzertbericht über den Berlin-Besuch von Peppone. Ich hätte den Beitrag auch mit einiger Berechtigung "Wie ich einmal beinahe auf einen Sadomaso-Workshop gegangen bin" nennen können (aus früherer Erfahrung weiß ich allerdings, dass Clickbait-Überschriften bei meiner Leserschaft nicht ziehen. Ich bin stolz auf Euch!). Danach der regelmäßige Blick nach Großbritannien und Brexit, unterstützt von dem schönen Ruts-Lied "Jah War". Eine kurze Erinnerung an Hüsker Dü, die 1984 das allgemeingültige Lied zu kurzem Medienruhm geschrieben haben, "The biggest lie". Viel weiter in die Vergangenheit zurück geht es mit Roza Eskenazi und Tsifteteli, dem griechischen Bauchtanz. Danach wieder ein Sprung in die Achtziger: Am 14.5.1987 habe ich die Bad Brains in der Theaterfabrik in München gesehen, dreißig Jahre später erinnere ich mich an den Tag (und der gute OLe findet im Internet Bilder von genau diesem Konzert und auf einem finde ich mich sogar selbst wieder). Anschließend ein Nachruf auf Chris Cornell, mit dem Audioslave-Lied "Show me how to live". Zum Sommerbeginn das ewig junge Sommerlied von Hans-a-Plast "Sex Sex Sex". Die geneigte Leserschaft wusste allerdings, dass man Posts mit solchen Titeln besser nicht anklickt. Um es mit der verehrten Annette von Hans-a-Plast zu sagen: "Schade, schade, Deutschland errötet". Ohne besonderen Anlass dann Ella Fitzgerald, mit Michali hatte ich in Griechenland auf dem Balkon "Me, myself & I" von ihr gehört, im Blog gibt es das entzückende "T'aint what you do". Ein weiterer Blick ins UK, auf ein sehr erfolgreiches Ska-Lied, das vor der Wahl drastisch vor Theresa May warnt. Offenbar blieb das nicht ohne Wirkung. Schließlich ein Hinweis auf die wirklich schöne Aktion von Wahlpankower Eddie Argos, der die Lieblings-LPs anderer Leute malt. Ich habe ihn um ein Bild der "Miami" von Gun Club gebeten und habe das Bild und eine kurze Rezension erhalten.  Zum Abschluss geht es noch einmal dreißig Jahre zurück mit SWA und "Arroyo" und dem Versuch, eine Art alternativen Hardrock zu etablieren, samt einem Video eines Verdurstenden, der mit einem Kaktus knutscht. 

Nichts dabei? Mal sehen, was die nächsten Monate bringen. Die gesammelten Inhaltsverzeichnisse des Zweitblogs findet man wie immer unter dem Tag "Nebenzimmer".



Samstag, 17. Juni 2017

Assorted Twitter (3)

Wieder ein Monat vorbei, wieder einiges auf Twitter veröffentlicht, was hier noch nicht aufgetaucht ist:



Gesundbrunnen

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Luft- und Wasserschlösser

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Hach, der Eiffelturm!

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Schrecklicher Verdacht: Stecken etwa die Nazis hinter den Chemtrails?

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Wollankstraße

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Cinderella 2017

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Grillkatze anyone?

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Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt

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Rose & Eye