Everybody's fucked in his own special way

Mittwoch, 4. Mai 2016

Ornithologisches Wochenende

Nicht jeder mag Vögel. Aber je älter ich werde, desto mehr Gefallen finde ich an den Piepmätzen. Hier im Blog ist ja meine Amselfixierung und Spatzophilie hinreichend dokumentiert, auf Twitter folge ich ein paar Accounts, die im Wesentlichen Kohlmeisen- oder Eisvogelfotos verteilen. Das fördert meinen Seelenfrieden ungemein. Meine ornithologischen Fortschrittte werden aber durch ein paar Kleinigkeiten behindert:

1. Ich sehe extrem schlecht, kann auf die Entfernung nicht allzu viel erkennen. 
2. Ich habe nur einen Kackhandyfotoapparat (wenn die Tiere nicht gerade präpariert sind, werden gute Aufnahmen bei mir schwierig).
3. Jenseits von Spatzen, Amseln und Nebelkrähen werden meine Kenntnisse eher dünn, sowohl was das Aussehen als auch den Vogelruf betrifft. 
(Keine Sternstunde der Kleiberfotographie, leider.)

Dies vorangestellt, ein Bericht über das Wochenende:
Am Freitag ein junger Spatz am Ostkreuz, sich aufplusternd und wild piepsend. Wer genau hinsieht, merkt, dass der Spatz da öfter sitzt.


Am Samstag freute sich die 17.30 Uhr-Amsel, dass ich das Kartoffelbeet umgegraben hatte. Ein paar fette Würmer waren für sie drin.

Am Sonntag sang im Bürgerpark ein eher unscheinbarer Vogel wunderbar. Anhand des Fotos sicher leicht zu identifizieren, nehme ich an.



Die Nebelkrähe behielt am Abend den Überblick.

Sonntag, 1. Mai 2016

Veo caras (Mallorca edition) 2

(Zugleich ein Beitrag zu Ruths "I see faces"-Projekt.)

Ein paar neue Gesichter aus Stein:


Das nächste sieht wie ein Fraggle oder wie Donald Trump aus.

Das hier ist ein Zyklop, wahrscheinlich Polyphem:


Und das ist eine Ninja Turtle:

Samstag, 30. April 2016

Zeichen der Zeit

(Zugleich ein Beitrag zu Frau Tonaris "Rost-Parade".)

Schon wieder ein Monat vorbei? Ging das diesmal schneller als sonst? Gott sei Dank findet sich immer Rost bei meinen Bildern. Diesmal einmal wieder mallorquinischer Rost, zutiefst symbolisch. 

Eine Gerüst für ein großes Plakat, vom Rost angefressen. Wichtige Dinge sollten uns mitgeteilt werden, aber jetzt sieht man nur noch den rostigen Rahmen, der sinnlos am Straßenrand steht. Wenig weiter ein noch bestückter Plakatständer, aber auch er hat keine Botschaft mehr, außer den eigenen Verfall (gut, man hätte jetzt auch ein Foto von der anderen Seite machen können, wo tatsächlich noch irgendetwas drauf stand, aber ich werde ja jetzt nicht anfangen, mir meine Phantastereien von der Wirklichkeit kaputt machen zu lassen).

Was ist passende Musik dazu? Mir fiel unwillkürlich "Sign o' the times" von Prince ein, obwohl ich die Prince'sche Musik eigentlich nicht sonderlich mag. Prince gehörte bei mir zu der (relativ umfangreichen) Kategorien von Künstlern, die wichtig und in Ordnung sind, die ich mir aber nicht anhören kann. Das Lied finde ich allerdings gut. Hören wir's uns an und denken an den kleinen Mann aus Minneapolis, der zu früh sterben musste.

Freitag, 29. April 2016

Fuck yeah Düsseldorf!

(Dieser Post hat nix mit Fuck oder Yeah und nur am Rande mit Düsseldorf zu tun. Wahrscheinlich müsste er "Bedeutende Dienstreisen 11" heißen,  aber ich habe heute Lust einen Text "Fuck yeah Düsseldorf" zu nennen, und wofür wäre so ein bekackter Blog eigentlich gut, wenn man nicht einfach Texte "Fuck yeah Düsseldorf" nennen könnte, wenn man Bock dazu hat. Die ganzen schönen Posttitel stehen am rechten Rand, wie Titel kluger Kurzgeschichten und man kann die Titel lesen und sich erträumen, was für kluge und zarte Gedanken sich hinter diesen mit höchstem Bedacht gewählten Titeln verbergen könnten. Wahrscheinlich wäre es ohnehin am Besten, man läse hier nur die Titel und träumte den Rest.)

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Ein Kollege hat einen Auswärtstermin ausgemacht, ohne darüber nachzudenken, dass er am gleichen Tag schon einen anderen Termin hat. Wer kann immer nicht nein sagen, wenn Leute versuchen, ihm ihre verbockten Termine aufzuhalsen? Genau. Also 4.40 Uhr aufstehen und ab Richtung Essen.

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Aber zuerst einmal nach Düsseldorf.

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FUCK YEAH DÜSSELDORF!

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Der Zug nach Essen gibt mir einen kleinen Fingerzeig, was ich eigentlich gleich machen sollte:

Aber das Lesen von Fingerzeigen ist nicht meine Stärke. 

Im Zug nach Essen darf ich einem der letzten Helden beim Telefonieren zuhören. Offensichtlich gibt es in seinem Unternehmen eine "Farbkopie-Policy". Er jedoch, "sorry", sei fest entschlossen, sie zu ignorieren: "Die Abmahnung nehme ich in Kauf". Thorsten sei ja letzthin, "so als Vorgesetzter" jemand hinterher gerannt und habe über die zulässige Verwendung von hochwertigem Druckpapier doziert. Der Gesprächspartner erwidert wohl etwas, abgrundtiefer Hohn ist die Antwort: Das könne man nicht vergleichen, das sei doch höchstens eine Ermahnung gewesen, er hingegen lasse es auch auf die Abmahnung ankommen. Es tut gut zu sehen, dass junge Leute noch für ihre Prinzipien einstehen, auch wenn ich das alles nicht richtig verstanden habe. Aber die Zugfahrt von Düsseldorf Flughafen nach Essen ist zu kurz für komplizierte Fragen der Farbkopie-Policy. Als ich aussteige, beginnt ein neues Telefonat: "Johannes, ist über Nacht ein Wunder geschehen?" Die Antwort hätte ich gerne gewusst.

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Beim Aussteigen gibt mir das Schicksal wieder einen Fingerzeig, aber ich gehe in die andere Richtung.

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Essen ist wirklich die Benchmark für deprimierende Bebauung.

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Bei der Veranstaltung treffe ich jemand, der bei der re:publica sprechen wird und kann jemand anders mit den Worten ankündigen, dass wir uns beruflich wegen Germany's next Topmodel kennen gelernt hätten. Für meine Verhältnisse also erfolgreich.

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Die einen haben Fische, die anderen einen Hammer.




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Graupelschauer und ereignisloser Rückweg. 22.30 Uhr zuhause.