Everybody's fucked in his own special way

Dienstag, 19. September 2017

Besuch im Nebenzimmer (26)

Was war denn in den letzten Monaten im Zweitblog los? Der letzte Überblick ist ja auch schon ein viertel Jahr her.


Leider gab es Material für die Rubrik, die ich am wenigsten mag: die Nachrufe. Gestorben sind Fred Smith, der frühere Gitarrist der DC-Band Beefeater, und Grant Hart, der frühere Schlagzeuger von Hüsker Dü. Beide waren einflussreich, leider nicht kommerziell erfolgreich. Beide sind viel zu früh gestorben, beide nicht in Umständen, die man irgendjemand wünschen möchte. Wer sie bislang nicht kannte, kann sie in den Beiträgen kennen lernen. Auch eine andere Rubrik fand einige Beiträge: Überblicke über bestimmte Themen in der Musik. Da kann man z.B. einiges über die Waschbären in der Populärmusik lernen (schlimm! ganz schlimm!), über den bedauernswerten Stand der Behandlung von Gemüsethemen in der Punkmusik (dafür habe ich mir wirklich schlimme Sachen anhören müssen, nicht zuletzt diejenigen, die mir Frau Kirschblüte vorgeschlagen hat).  Schließlich eine sehr kurze Betrachtung über Lieder über Stuhlgang und Krankheiten. Zudem gab es einen Kommentar zu Brexit, mit einem sehr schönen deutschen Artikel der Boulevard-Drecks-Zeitung Sun. Ein Artikel, in dem sich (im Original!) Zeilen wie solche finden: "Was hoffen sie, mit ihren täglichen Stacheln, ihren giftigen Briefings, ihren Schweinkopf-Unnachgiebigkeit und exorbitanten Bargeldansprüchen zu erreichen?" ist natürlich bestens geeignet, einen Einblick in die britische Seele zu geben. Was man sich auch einmal ansehen sollte: Ein kurzer Beitrag zu dem Youtube-Künstler DeChangeman, der tatsächlich eine Vielzahl von interessanten und witzigen Dingen macht, die auch Leuten, die keine Teenager mehr sind, gefallen können. Seine Serie "Die Autoren" ist auf jeden Fall ein Angucktipp. Bei der Musik gab es das Lied vom rosafarbenen Flamingo aus den Frühzeiten des Ami-Hardcore-Punks. Immer noch schön, aber mit einem sehr vogelfeindlichen Text. Ansonsten ein paar Schellackplatten, ausgegraben bei Archive.org. Eine schöne Platte von 1927 "Mr. Schulz comes back again (with his boom! boom! boom!)" über das unerwartete Comeback eines Herrn Schulz. Das schöne Lied von den "Golden slippers", das alle kennen, die sich den Kleinen Lord an Weihnachten angucken, auch aus den Zwanziger Jahren. Ein schöner Blues aus den Vierziger Jahren, in dem sich Brownie McGhee beklagt, dass andere Leute seine Tomaten pflücken. Endlich mal etwas thematisch passendes! Schließlich Wahnsinn aus den Dreißiger Jahren mit dem Titel "Schnitzelbank". Offenbar von deutschen Auswanderern in den USA aufgenommen, man kann es nicht anders als unbeschreiblich nennen. Diejenigen, die es sich angehört haben, bekunden übereinstimmend, dass ihr Leben nicht mehr dasselbe war wie vorher. 

Nichts interessantes dabei? Vielleicht im nächsten Monat. Die gesammelten Inhaltsverzeichnisse findet man wie immer unter dem Tag "Nebenzimmer".

Montag, 18. September 2017

Splatter am Montag (2)

Letzte Woche gab es unter dieser Überschrift die Losung "Herz versprühen". Einen Tag später schickte mir Frater Mosses ein Bild, in dem man sieht, wie versprühte Herzen aussehen (nur für starke Nerven):



(Weitaus rätselhafter ist jedoch das zweite Bild, das er mir schickte. Auch im Süden der Republik scheinen merkwürdige Dinge vor sich zu gehen.)





Sonntag, 17. September 2017

Amor fou unter der S-Bahn-Wollankstraße





(Eigentlich habe ich mir dazu eine Geschichte ausgedacht, aber ich lass diese Fotos einfach so stehen. Sie sind unscharf, so dass jeder sich selbst überlegen kann, was drauf ist: Roboter, Außerirdische, Obstverkäufer.)

Samstag, 16. September 2017

Blick nach unten, Blick nach oben

Auch an der abgeranztesten Ecke von Weißensee findet man den Eingang zu sagenhaften Welten, wenn man nur nach unten oder nach oben sieht.



(Wenn man geradeaus sieht, bekommt man keinen Zugang zu sagenhaften Welten, sondern das Angebot eines Muffins, der seit längerem auf dem Verteilerkasten liegt. Mahlzeit!)


Freitag, 15. September 2017

Selbstreferentielle Vogelkacke



(Die Überschrift würde natürlich nur stimmen, wenn die Kleckse von einem Storch stammten. In der Wollankstraße eher unwahrscheinlich.)

Donnerstag, 14. September 2017

The process of weeding out (4)

Natürlich hatte ich dieses Jahr wieder den Stechapfel auf dem Seitenstreifen.* Jedes Jahr entferne ich das giftige (wenn auch nett anzusehende) Zeug, jedes Jahr kommt es in größerer Zahl wieder. Diesmal wollte ich den Stechapfel eigentlich ignorieren, anstelle der von mir sorgsam gesäten Blumenwiese kamen aber etwa 20 Stechapfelpflanzen, die wild wucherten. 

Als ich mich mit JJ über die Pflanzen unterhielt und er wissen wollte, wie giftig die seien, habe ich dann mal wieder nachgesehen. Und dann beschlossen, dass es nicht notwendig ist, auf dem Seitenstreifen Biomaterial, mit dem man die ganze Siedlung niederraffen könnte, anzubauen (gut, das könnte man mit Maiglöckchen auch). 

Außerdem sah mir der Stechapfel teilweise auch etwas zu rechtsradikal aus. 



*Ich verlinke hier besser nicht zu meinen Stechapfeltiraden aus den letzten Jahren, am Schluss merkt hier noch jemand, dass ich jedes Jahr das gleiche schreibe.

Mittwoch, 13. September 2017

Tomaten

Da war doch noch was.....


Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die Tomaten noch recht schön entwickelt. Relativ große Sortenvielfalt, wegen einiger Beschriftungsprobleme konnte ich nicht immer so richtig zuordnen. Für ein paar nette Fotos langt's allemal. 





Bei den Fleischtomaten bleiben meine Favoriten German Gold und Yellow Giant Belgium. Einfach sehr guter Geschmack, sehr festes Fleisch. Kann man sich schön in dünnen Scheiben auf's Brot legen. Die sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Leider ist die German Gold halt eine Zicke.

Von den Brandywines hatte ich dieses Jahr nur die Apricot Brandywine, die auch ganz ordentlich kam. Neu Black Seaman, ganz nett anzusehen, im Geschmack unspektakulär. Purple Calabash, ebenfalls. 

Interessant waren die Fleischtomaten, die ich aus zypriotischen Samen gezogen habe. Sind gut gekommen (also offenbar keine F1-Hybride), waren für den griechischen Salat wunderbar. Werde ich nächstes Jahr auch wieder nehmen. 

Bei den Cocktailtomaten haben die Roten und Gelben Johannisbeeren gut funktioniert, wie jedes Jahr, ich hatte dieses Jahr auch noch die Small Egg dazu; haufenweise Kleinsttomaten zum sofortigen Verzehr. Dabei hatten die Pflanzen nach ihren ersten Tagen im Freien alles andere als gut ausgesehen. 

Schön sind auch wieder die Black Cherry geworden, wie immer hervorragend im Geschmack. Teilweise auch die Black Plum, die aber dieses Jahr nicht sonderlich ertragreich waren. Eine ebenfalls verlässliche Sorte ist die kanarische Tomate, die mir Frau Tonari vor Jahren mal zugeschickt hat. Mittelgroße, gelbe aromatische Früchte, die sehr pflegeleicht sind. Den wunderbaren Gelben Dattelwein hatten wir dieses Jahr nicht, irgendwie haben wir alle Pflänzchen dieser Sorte an andere vergeben. 

Ansonsten hatte ich noch ein paar Neuzugänge, die aber nicht bemerkenswert waren. Da die Tomatenaufzucht ja doch recht aufwendig ist, sollten es dann auch wirklich interessante Früchte sein.

Vorsatz für nächstes Jahr: Weniger Sorten. Ich werde wohl auch bevorzugt auf bewährte Sorten setzen; so langsam habe ich schon diejenigen gefunden, die ich gut finde. 

Und ein paar Wochen kann man jetzt auch noch ernten.